verfasst, am 14. Februar 2021 von Jonathan

Streamingangebote experimenta – behind the scenes

Vor fast einem Jahr musste die experimenta das erste Mal pandemiebedingt vorübergehend schließen. Und ebenfalls vor fast einem Jahr haben wir im Maker Space mit den ersten LiveStreams begonnen. Das erste Video war ein Fusion360 Workshop, den ihr hier auch ansehen könnt.

Im Maker Space hatten wir bereits seit Beginn verschiedene Geräte, die uns sehr dabei geholfen haben zügig online zu gehen. In diesem Artikel möchten wir die verschiedenen Setups, die wir hier im Einsatz hatten vorstellen.

Setup 1 – Canon 5D Mark IV in der Tonkabine

Zu Beginn hatten wir unsere Tonkabine als Aufnahmeort gewählt. Der Vorteil hierbei war, dass direkt ein Mikrofon vorhanden war und die Umgebung sehr ruhig ist. Damit waren die beiden wichtigsten Kriterien für unseren ersten Online-Workshop erfüllt. Als Mikrofon wurde unser vorhandenes Sprechermikrofon, ein Electro Voice RE 20, eingesetzt. Das ganze wurde über unser USB-Audiointerface direkt an meinen Laptop angeschlossen.

Um ein Bild zu bekommen, hatten wir direkt die Canon 5D Mark IV und ein Atem Mini zur Verfügung. Das Blackmagic Atem Mini ist ein sehr einfaches Capture Device für vier HDMI Inputs. So konnte ich direkt meinen Monitor und die Kamera abgreifen und zu einem Bild mischen. Es erfordert nahezu keine Vorkenntnisse und ist damit super für den Einstieg geeignet. Das Gerät meldet sich beim Laptop als Webcam an und kann auch genau so verwendet werden.

Mit diesem Setup haben wir sehr lange gearbeitet. Allerdings ist es in der Tonkabine recht schnell sehr stickig. Daher sind wir nach einer Weile zum Greenscreen gewechselt. Dort fingen wir auch recht bald damit an, Ansteckmikrofone einzusetzen.

Schematische Darstellung des initialen Streaming-Setup
Foto des Setups in der Tonkabine

Setup 2 – GirlsDay aus dem SFZ

Nachdem die ersten Runden im Maker Space gelaufen waren und die Schließung der experimenta weiter andauerte, wurde beschlossen weitere Formate online zu bringen. In erster Linie ging es um das Angebot des GirlsDay College und der GirlsDay Akademie. Hier waren jetzt mehrere Personen vor der Kamera. So gab es immer eine Kursleiter*in und eine Moderator*in. Dazu wurde im SFZ umgeräumt und das Setup mit den Panasonic Camcordern erweitert. Außerdem wurde ein fester Rechner in das Setup eingebaut, um nicht immer meinen Laptop verwenden zu müssen.

Außerdem wurden bis zu vier Kameras angeschlossen. Dabei waren zwei Kameras jeweils als Nahe auf die Dozent*innen gerichtet. Die anderen beiden Kameras zeigten jeweils eine Detailansicht des Arbeitsbereiches. Für andere Workshops wurden die beiden Detailkameras entfernt und Laptops an den Bildmischer angeschlossen. Beispiele für Kurse mit den Detailkameras sind die Kurbeltaschenlampe oder das Solarmobil gewesen. In beiden Kursen werden Materialien zu den Teilnehmenden geschickt und dann im Kurs zusammengebaut. Kurse in denen die Laptops angeschlossen wurden, waren z.B. Fusion360 oder Scratch Programmierung.

Schematische Darstellung des GirlsDay Streamingsetups

Setup 3 – Laborkurse, Workshops, GirlsDay und mehr

Mittlerweile haben wir auch einiges an neuem Equipment für die Streams angeschafft und das Setup ist massiv angewachsen. Wir haben eines der Kurslabore fest für die Online-Aktivitäten der experimenta in Beschlag genommen.

Das erste Upgrade waren ordentliche Kameras für die Nahaufnahme der Dozent*innen. Dort haben wir die Camcorder durch Blackmagic Cinema Pocket 6k ausgetauscht. Das bringt uns zwar keinen Vorteil in der Auflösung (über den HDMI-Port bekommen wir immer noch “nur” HD1080p) aber die Bildqualität ist bedeutend besser. Das schlägt sich in einer besseren Farbwiedergabe, schärfere Aufnahmen und bessere Dynamik nieder.

Außerdem wurde das erste Mal wirklich mit Beleuchtung gearbeitet. In den vorherigen Setups wurde vor allem die normale Raumbeleuchtung eingesetzt. Hier sind jetzt zwei Videolichter und zwei Stufenlinsen dazu gekommen. Die Videolichter sind recht breit und leuchten flach von vorn auf die Dozent*innen. Die Stufenlinsen werden als Kantenlicht eingesetzt, um die Dozent*innen vom Hintergrund zu trennen.

Schematische Darstellung des Streamingsetups für Laborkurse

In diesem Setup wurden viele kleine Innovationen nachgerüstet oder können bei Bedarf dazu gebaut werden. Zum Beispiel wurden an jedem Platz Tisch-Adapter für Kopfhöhrer, HDMI und Netzwerk angebracht. So kann relativ einfach und sicher ein Laptop oder eine Detailkamera angesteck werden, ohne dass die Anschlüsse der Capture Card zu viele Steckzyklen bekommen. Außerdem kann durch die Kopfhörer auch WebEx oder vergleichbare Software als Plattform bespielt werden.

Mit unserem Gimbal können wir eine Detailkamera als bewegte Kamera einsetzen. Dabei wird das Gimbal über die passende App ferngesteuert. Die Kamera ist so noch etwas flexibler einsetzbar und kann mit sehr hohem Zoom besonderes Augenmerk auf Details bei Versuchen oder Bausätzen lenken.

Über den Autor

Jonathan

Ich bin joni - Festangestellt im Maker Space - kümmere mich um alle Fragen, vor allem aber Programmierung, Technik, 3D Druck, Rapid Prototyping - außerdem noch gerne in der Holzwerkstatt unterwegs. Im Maker Space findest du mich überall und nirgends. Wenn ich privat da bin sitze ich meistens an einem der Projekttische am Laptop.

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